Die Grubennamen decken sich zum Teil nicht mit den heutigen bekannten Gruben. Sie wurden bei Neuauffahrung mit anderen Namen weitergeführt.

Aus Unterlagen des Begarchivs
Bergbau in Naundorf


Um 1168 erfolgten im Gebiet des damaligen Christiansdorf (Später die Stadt Freiberg) die ersten Schürfungen und Erzfunde im Tal des Münzbaches sowie im Tal der Freiberger Mulde. Es wurden oberflächennahe Silbererze der Oxidationszone von Gangausbissen abgebaut. Während der ersten Blütezeit des Freiberger Bergbaues, etwa 1170-1370, ist man kaum in größeren Tiefen vorgedrungen.

Dieses hatte zur Folge, dass man im Bobritzschtal, Colmnitztal sowie den kleinen Nebenbächen (Grundflüssel) fündig wurde. Laut Findbuch und Zechenregister gab es in Naundorf 33 namentliche Fundgruben und Erbstolln. Namentlich bedeutet nicht die Anzahl der Fundgruben und Erbstolln, denn so manche Grube wurde aufgelassen und Jahre oder Jahrzehnte unter neuen Namen neu belegt. Meist waren die Bergleute noch sogenannte Häusler und hatten noch Landwirtschaft. Reich sind unsere Vorfahren bei dieser schweren Tätigkeit nicht geworden. Immer in der Hoffnung viel Silber oder andere Erze zu finden. Gefunden wurden Silber- Kupfererz, Kobalt, Eisen- und Schwefelkies, Fluss- und Schwerspat und Arsen. Die Fundgruben, Erbstolln und Erzgänge erhielten meist kirchliche oder biblische Namen wie z. B. „Gott Allein die Ehre“ oder „Wille Gottes“. Die erste Erwähnung einer Fundgrube, war laut Lehnbuch, im Jahr 1512.

In Naundorf stellte man den Grubenbetrieb im Jahre 1881 ein. 1886 wurde die Grube Samuel Erbstolln verwahrt. Nicht wie in manchen Berichten, 1834 steht. Es waren meist Eigenlehnergruben die in primitiver Form mit Schlägel und Eisen betrieben wurden. Die Obhut und Aufsicht unterlagen dem Freiberger Bergamt. Die damaligen Erkundungen wurden von sogenannten Erzsuchern (Rutengänger) durchgeführt. Der Einsatz von Sprengstoff erfolgte im Freiberger Revier 1613. In Naundorf erfolgte der Abbau durch Bohren und Sprengen seit 1732 (Trau Gott Erbstolln). Die Förderung erfolgte per Handarbeit mittels Kratze, Bergkorb und Trog. Später erfolgte der Einsatz von Stollnkarren. Ein Kunstrad (Wasserrad) hatte der Samuel Erbstolln und der Friedrichsthaler Erbstolln. Der Samuel Erbstolln besaß ein 11½ Ellen großes Kunstrad und wurde 1838 eingehangen.1844 wurde das Kunstrad aus dem Samuel Erbstolln herausgenommen und im Friedrichsthaler eingehängt. 1847 wurde das 11½ Ellen große Kunstrad wieder herausgenommen und durch ein 16 Ellen 7 Zoll großes Wasserrad ersetzt.

Für die Beaufschlagung der Kunsträder wurden Kunstgräben an die Gruben herangeführt. So auch für das Kunstrad im Samuel Erbstolln und dem Friedrichsthaler Erbstolln. Für den Samuel Erbstolln wurde, auf Niederbobritzscher Flur, ein Grubenteich errichtet und von diesen wurde ein Kunstgraben mit einer Länge von ≈ 450 m zur Beaufschlagung herangeführt. Der Kunstgraben wurde verfüllt und ist nicht mehr sichtbar. Der Grubenteich ist noch Ansatzweise erkennbar.
Für die Beaufschlagung des Friedrichsthalers Kunstrades wurde ein Kunstgraben unterhalb des Samuel Erbstollns am Grundflüssel, bis zum Kunstschacht des Friedrichsthalers herangeführt. Dieser hatte eine Länge von ≈ 880 m. Auch dieser Kunstgraben wurde verfüllt und ist nicht mehr sichtbar.

Ein weiterer Kunstgraben, der „Lorenz Gegentrum“, führte von Oberbobritzsch über die Naundorfer Flur bis Halsbrücke, mit einer Länge von ≈ 14,6 km. Erbaut wurde der Lorenz Gegentrum Kunstgraben 1631 – 1634. Am hiesigen Buchberg kann man noch Reste davon erkennen.
Ein weiterer Kunstgraben befand sich im Rosental, am linken Bobritzschbachhang, er führte zum König August Erbstolln in Falkenberg. Reste kann man noch heute im sogenannten Schreiberholz erkennen. Erbaut wurde er 1704 – 1705 und er hatte eine Länge von 2,5 km.

Bevor wir nun die einzelnen Fundgruben und Erbstolln in Naundorf erklären und aufführen, noch ein Wort zu den Zechen- oder Einlegeregister, Lehnbücher und Grubenakten. Alle Unterlagen sind in Süderlin geschrieben. Wortlaute, Satzbildungen und Schreibweise sind nicht immer leicht zu verstehen.
Zechen- oder Einlegeregister wurden Quartalsweise vom jeweiligen Lehnträger oder Schichtmeister geführt. Somit wurden im Jahr vier Register geschrieben. Es gibt Fundgruben, Erbstolln mit einem Einleger, aber auch welche wo es weit über 100 Einleger gibt. In den Registern wurden unteranderen die Namen der Kuxbesitzer, die Namen der Gesellen, die geleisteten Schichten und die Bergmaterialien, Ein- und Ausgaben der Grube und ein Grubenbericht für das jeweilige Quartal.
In den Lehnbüchern wird der Muther und die Fundgrube, Erbstolln beschrieben. Grubenakten wurden von einem Geschworenen oder Gegenschreiber, meist wurde der Zustand der Grube, verfasst. Etwaige Schreiben des Lehnträgers an das Königliche Bergamt oder anderen Ämtern.
Nun zu den Fundgruben und Erbstolln. Die Schreibweise ist so wiedergegeben wie im Original.                  

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