Um 1168 erfolgte im Gebiet des damaligen Christiansdorf (Später die Stadt Freiberg) die ersten Schürfungen und Erzfunde im Tal des Münzbaches sowie im Tal der Freiberger Mulde. Es wurden oberflächennahe Silbererze der Oxydatioszone von Gangausbissen abgebaut. Während der ersten Blütezeit des Freiberger Bergbaues, etwa 1170 - 1370, ist man kaum in größere Tiefen vorgedrungen. Immer stärker auftretende Schwierigkeiten (Gewinnung-Wasser-haltung-Förderung) führten zu wechselhaften Betriebsperioden.

Die damaligen Erkundungen, entsprechend heutiger Geologen, wurden von sogenannten Erzsuchern durchgeführt. Sie führte dazu, dass die Freiberger Gneiskuppe (Graugneis) vor allem in den Talauen auf Ausbiss von Erzgängen untersucht wurden. Dieses hatte zur Folge, dass man im Bobritzschtal, Colmnitztal sowie den kleinen Nebenbächen (Grundflüssel) fündig wurde. Seit 1559, das mag nicht das erste Bergbaujahr gewesen sein, werden gangbare Gruben erwähnt. Der Bergbau im NO von Freiberg wurde nur im bescheidensten Maße betrieben. In unserem heimatlichen Raum stellte man den Betrieb um 1834 ein.

Es waren meist Eigenlöhnergruben, die in primitiver Form (Handarbeit) betrieben wurden. Die Obhut und Aufsicht unterlag dem Freiberger Bergamt. Die Beaufsichtigung erfolgte durch sogenannte Steiger - Dienstversorger - Doppelhäuer. Die Ausbeute war sehr gering. Die Gewinnung erfolgte bis ins 18.Jahrhundert nur von Hand mittels der bergmännischen Grundgerätschaften, Schlegel und Eisen. Der Einsatz von Sprengstoff erfolgte ebenfalls um 1800. Im Bericht über den Bergbau um Naundorf (F. Heucke 1856) erfolgten Schießarbeiten (Schwarzpulver) im Falkenberger "Glück Erbstollen).

Es ist auf eine Länge von 17 Lachter (34m) die Strosse nachgeschossen worden. Die Förderung erfolgte ebenfalls per Handarbeit mittels Kratze und Trog. Später erfolgte der Einsatz von Schubkarre bzw. der noch gleislose Hund auf einem hölzernen Tragwerk. Die Aufbereitung der Erze (Trennung vom Tauben Gestein) wurde ebenfalls von Hand (Pocharbeit) durchgeführt. Die Erzanteile wurden per Fuhrwerk in die umliegenden Hütten (Schmelzwerke Halsbrücke - Muldenhütten) verkauft und zugefahren. Eine Verhüttung im Ortsbereich Naundorf ist nicht nachweisbar.

Die Erzgänge der kiesig-blendigen Bleierzformation mit den Hauptmineralien Bleiglanz (ca. 0,1 - 0,2 % Anteil Silber), sowie der edlen Quarzformation (Silbererz) und der Fluorbaritischen Formation mit dem Hauptmineral Schwerspat - Flussspat und etwas Bleiglanz hatten eine geringe Mächtigkeit (Dicke der Erzgänge). Der horizontale Verlauf der Gangspalten und die Neigung zur Teufe als Einfallen bezeichnet. Es gibt ein altes Sprichwort zum Streichen der Erzgänge: STEHT DER BERGMANN MORGENS ZEITIG AUF, LEGT ER SICH SPÄT WIEDER FLACH. Die Erzgänge erhielten im Mittel-alter Namen, welche vor allem aus der biblischen Geschichte entnommen worden. So sind die Namen oft aus der örtlichen Lage und dem Tierischen entnommen. Hier die Wichtigsten im Naundorfer Gebiet:

- Samuel Spat (im linken Gehänge des Grundflüsschen)
- Friedrichthal Spat (linkes Colmnitztalgehänge gegenüber dem Bad)
- Falkenberg Glück Erbstollen
- Gottes Glück Erbstollen
- Hoffnung Erbstollen
- Traugott Stollen

Einen weiteren Traugott Stollen gibt es im unteren Bobritzschtal (Müllengut Erbstollen) mit dem "Neue Hoffnung Gottes Morgengang) sowie einen unbenannt Stehenden. Im Johann Friedrich Stollen steht der "Hilfe Gottes Gang" an. Er ist wohl als Fortsetzung des Lorenz Gegentrum Spat - Halsbrückner Spat - Ludwig Spat anzusehen. An der Flurgrenze zu Falkenberg im Schreiberholz, befindet sich der "Hülfe des Herrn Stollen" mit dem August Spat sowie dem " Lobe Gott Stehenden". An der Flurgrenze Niederschöna/Falkenberg befindet sich der "Cypressenbaum Erbstollen", mit dem "Christian Stehenden" und dem "Peter Stehenden". Die letztgenannten Stollen gehören zum Beihilfer Grubenwerk. Alle der genannten Stollen haben ein Mundloch und wurden horizontal an der jeweiligen Talaue aufgefahren. Die Mundlöscher haben z.T. noch sichtbare Mauerungen (Gewölbe). Tiefbaue unter der Stollensohle hatten der Samuel Erbstollen (1/2 2te Gezeugstrecke) und der Friedrichsthaler Stollen.

Ansätze für Tiefbaue gab es im "Gottes Glück Stollen". Dieser hatte zwei Mundlöscher (ehemalige Penzschmiede, Müller H. Ein Bergschaden im August 2000 führte zur Erkundung dieses Grubenfeldes. Die Gesamtlänge der Auffahrung wurde mit 120 m gemessen. Über Tagesschächte (Saiger Schächte) verfügten der Samuel Stollen und der Friedrichsthaler Stollen. Hier befand sich auch ein Wetterüberhaun (Bewetterung) in der Feldmitte, ca. 200 m vom Mundloch in südlicher Richtung zum Bobritzschtal entfernt. Ein Treibehaus befand sich unmittelbar über dem Tageseingang (Mundloch). Am Samuel Stollen und Friedrichthaler Stollen sind noch größere Reste des Haldensturzes sichtbar. Am Samuel Stollen kann man noch gut erhaltene Handstücke der flur-baritischen Formation (Schwerspat - Flussspat) mit wenig Vererzung finden. Beide Schächte besaßen eine Radstube mit oberschlägigem Wasserrad. Das Aufschlagwasser ist über einen offenen Graben aus dem Grundflüssel herangeführt worden.

Untersuchte man im Rahmen von Erkundungen die vorhandenen abbaufähigen Mineralien, vor allem Baryt (Schwerspat) im Samuel Spat. Hier stehen bis 1 m Mächtigkeit des Ganges Gangminerale an. Die Bauwürdigkeit wurde aufgrund wirtschaftlicher Mängel als nicht lohnend abgelehnt. Die im Grillenburger Wald niedergebrachten Untersuchungen (ebenfalls auf radioaktive Minerale) oberhalb des Katzensteines im Jahre 1955 führten zu keinerlei Hoffnung auf Bergbaufähigkeit. Zusammenfassend sei gesagt das aus den vorgenannten Bergbaubetrieben des Naundorfer Reviers nur geringe Ausbeute erzielt worden.

An der Aue des Grundflüssel hat sich ein Bergwerksteich zur Bevorratung der Aufschlagswässer befunden. Die Wässer, einschließlich der Gehobenen des Samuel Stollen, wurde an der Hanglage des Colmnitzbaches zum Wasserrad des Friedrichthaler Stollen über einen offenen Graben zugeführt. zwei weitere Kunstgräben sind linksseitig der Bobritzsch angelegt worden. Einmal der Lorenz Gegentrumer Kunstgraben, beginnend in Oberbobritzsch bis nach Conradsdorf (ca. 15 km Länge) und der König August Kunstgraben vom Ortsende bis Falkenberg (ca. 4,5 km Länge). Beide Kunstgräben wurden um 1900 stillgelegt und verschüttet. Fragmente sind im Schreiberholz und an der Ziegelscheune noch sichtbar. 1834 wurde der Bergbau als nicht lohnend im Ort Naundorf eingestellt. Als letzte Grube bestand der Friedrichsthaler Stollen. 1950 wurde der Cypressenbaum Stollen von der AG Wismut z.T. aufgewältigt und auf radioaktive Mineralien untersucht. Diese Arbeiten sind augrund fehlender Uranminerale nach wenigen Tagen/Wochen eingestellt worden. 1953 Untersuchte man im Rahmen von Erkundungen die vorhandenen abbaufähigen Mineralien, vor allem Baryt (Schwerspat) im Samuel Spat. Hier stehen bis 1 m Mächtigkeit des Ganges Gangminerale an. Die Bauwürdigkeit wurde aufgrund wirtschaftlicher Mängel als nicht lohnend abgelehnt. Die im Grillenburger Wald niedergebrachten Untersuchungen (ebenfalls auf radioaktive Minerale) oberhalb des Katzensteines im Jahre 1955 führten zu keinerlei Hoffnung auf Bergbaufähigkeit. Zusammenfassend sei gesagt das aus den vorgenannten Bergbaubetrieben des Naundorfer Reviers nur geringe Ausbeute erzielt worden.

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Ausbauten im Tiefen Cypressenbaum Erbstollen
Radstube im Samuel Erbstollen

 

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